Hans-Georg Maaßen – Hans-Georg Maaßen: Ex-Verfassungsschutzchef im Porträt
Der Jurist und ehemalige politische Beamte Hans-Georg Maaßen gehört spätestens seit seiner Entlassung als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) im Jahr 2018 zu den umstrittensten Figuren der deutschen Politik. Am 12.05.2026 ist sein Name erneut in den Schlagzeilen, da über eine mögliche Rolle als Innenminister in Sachsen-Anhalt spekuliert wird, sollte die AfD dort in die Regierungsverantwortung kommen. Seine Karriere ist geprägt von steilen Aufstiegen, tiefen Fällen und anhaltenden Kontroversen.
Hans-Georg Maaßen ist ein deutscher Jurist und ehemaliger Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Nach umstrittenen Äußerungen zu den Ausschreitungen in Chemnitz 2018 wurde er in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Später engagierte er sich in der Werteunion, gründete eine Partei und ist heute parteilos. Quelle: Wikipedia.
Geboren am 24. November 1962 in Mönchengladbach, wuchs Hans-Georg Maaßen in einem katholisch geprägten Elternhaus auf. Bereits mit 16 Jahren trat er 1978 in die CDU ein. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften in Köln und Bonn und promovierte 1997 mit einer völkerrechtlichen Arbeit zur Rechtsstellung von Asylbewerbern. Seine berufliche Laufbahn führte ihn 1991 ins Bundesinnenministerium, wo er in verschiedenen Positionen tätig war, unter anderem als Leiter des Stabes Terrorismusbekämpfung.
Seine Karriere im Innenministerium war nicht ohne Kontroversen. Beispielsweise wurde seine Rolle im Fall des zu Unrecht in Guantánamo inhaftierten Murat Kurnaz kritisiert. Maaßen hatte die rechtliche Bewertung geliefert, die eine Rückkehr von Kurnaz nach Deutschland verhinderte. Trotz solcher Kritikpunkte wurde er im August 2012 zum Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz ernannt, einer Schlüsselposition für die innere Sicherheit Deutschlands.
Die Amtszeit von Hans-Georg Maaßen als Chef des Inlandsgeheimdienstes war von mehreren öffentlichen Auseinandersetzungen geprägt. Dazu zählte die Strafanzeige gegen Journalisten des Blogs netzpolitik.org wegen Landesverrats im Jahr 2015, die nach massivem öffentlichen Druck fallen gelassen wurde. Auch seine Spekulationen, der Whistleblower Edward Snowden könnte ein russischer Agent sein, sorgten für Aufsehen.
Maaßen wurde zudem vorgeworfen, zu enge Kontakte zu Politikern der AfD gepflegt zu haben. Diese und andere Vorfälle kratzten an der Wahrnehmung der politischen Neutralität des Amtes. Die Kontroversen erreichten ihren Höhepunkt im Spätsommer 2018 und führten schließlich zu seinem Ausscheiden aus dem Amt.
Der Wendepunkt in der Karriere von Hans-Georg Maaßen kam im September 2018. Nach dem gewaltsamen Tod eines Mannes in Chemnitz kam es zu rechtsextremen Ausschreitungen und Übergriffen. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung äußerte Maaßen Zweifel daran, dass es zu „Hetzjagden“ gekommen sei, und stellte die Authentizität eines entsprechenden Videos infrage. Er sprach von möglichen „gezielten Falschinformationen“.
Diese Aussagen standen im Widerspruch zu Einschätzungen von Journalisten, Augenzeugen und der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und lösten eine Regierungskrise aus. Insbesondere die SPD forderte seine Entlassung. Nach wochenlangem politischen Tauziehen wurde Maaßen im November 2018 von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in den einstweiligen Ruhestand versetzt.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst wurde Hans-Georg Maaßen politisch aktiver und zur Galionsfigur des rechtskonservativen Vereins Werteunion. Seine Äußerungen wurden zunehmend schärfer und polarisierender. Er sprach von einem „eliminatorischen Rassismus gegen Weiße“ und bediente sich einer Sprache, die ihm von Kritikern als antisemitisch und verschwörungsideologisch ausgelegt wurde. Dies führte dazu, dass der CDU-Bundesvorstand im Februar 2023 ein Parteiausschlussverfahren einleitete.
Nachdem ein Kreisparteigericht den Ausschluss zunächst abgelehnt hatte, legte die CDU-Spitze Beschwerde ein. Bevor das Verfahren abgeschlossen werden konnte, trat Maaßen im Januar 2024 selbst aus der CDU aus. Kurz darauf, im Februar 2024, war er die treibende Kraft bei der Umwandlung der Werteunion in eine politische Partei und wurde deren erster Vorsitzender. Seine Zeit an der Spitze war jedoch von internen Machtkämpfen geprägt, die im Oktober 2025 zu seinem Rücktritt und Austritt aus der von ihm mitgegründeten Partei führten. Die Partei erzielte bei Wahlen nur Ergebnisse im Nachkommabereich.
Eine Entwicklung von besonderer Tragweite wurde im Januar 2024 öffentlich: Das Bundesamt für Verfassungsschutz, dessen Präsident Hans-Georg Maaßen sechs Jahre lang war, speicherte Daten über ihn im Informationssystem im Bereich Rechtsextremismus. Das BfV begründete dies unter anderem mit Maaßens Äußerungen zur Migrationspolitik und seiner Wortwahl, die Anklänge an antisemitische Codes aufweise. Maaßen selbst sprach von einem „Missbrauch des Verfassungsschutzes zur Bekämpfung politischer Gegner“ und reichte Klage ein.
Nach seinem kurzen Intermezzo als Parteivorsitzender der Werteunion ist Hans-Georg Maaßen parteilos, aber weiterhin politisch aktiv. Er tritt als Redner auf und äußert sich in Interviews und sozialen Medien. Im Februar 2026 hielt er erstmals einen Vortrag bei einer Veranstaltung der AfD-Fraktion in Hamburg. Er selbst lehnt sogenannte „Brandmauern“ als undemokratisch ab.
Die aktuellsten Schlagzeilen vom 12. Mai 2026 bringen ihn nun in einem neuen Kontext ins Spiel. Berichten zufolge wird er als möglicher Kandidat für das Amt des Innenministers in Sachsen-Anhalt gehandelt, sollte die AfD nach der Landtagswahl im September die Regierung stellen. Maaßen selbst äußerte sich dazu mit den Worten: „Wenn es dem Land hilft, würde ich das machen“. Diese Entwicklung zeigt, dass Hans-Georg Maaßen auch Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst ein relevanter und hochgradig polarisierender Akteur in der deutschen Politiklandschaft bleibt.
| Jahr | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| 1962 | Geburt in Mönchengladbach | Wikipedia |
| 1978 | Eintritt in die CDU | Wikipedia |
| 1991 | Beginn der Tätigkeit im Bundesministerium des Innern | Munzinger |
| 2012 | Ernennung zum Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz | GIT-SICHERHEIT.de |
| 2018 | Versetung in den einstweiligen Ruhestand nach Chemnitz-Äußerungen | Wikipedia |
| 2021 | Scheitern bei der Kandidatur für den Bundestag in Südthüringen | Wikipedia |
| 2023 | Wahl zum Vorsitzenden des Vereins Werteunion | Wikipedia |
| 2024 | Austritt aus der CDU und Gründung der Partei Werteunion | Wikipedia |
| 2025 | Rücktritt und Austritt aus der Partei Werteunion | DER SPIEGEL |
| 2026 | Spekulationen über Ministeramt in Sachsen-Anhalt | MMnews |
Stand Mai 2026 ist Hans-Georg Maaßen parteilos und als politischer Kommentator und Redner aktiv. Aktuell wird er als möglicher Innenminister in Sachsen-Anhalt gehandelt, falls die AfD nach der Landtagswahl eine Regierung bilden sollte.
Maaßen wurde im November 2018 in den einstweiligen Ruhestand versetzt, nachdem er in einem Interview die rechtsextremen „Hetzjagden“ bei den Ausschreitungen in Chemnitz in Zweifel gezogen hatte. Diese Äußerungen lösten eine Regierungskrise aus.
Nein, Hans-Georg Maaßen ist im Januar 2024 aus der CDU ausgetreten. Zuvor hatte die Parteispitze ein Ausschlussverfahren gegen ihn eingeleitet.
Die Werteunion war zunächst ein rechtskonservativer Verein von CDU/CSU-Mitgliedern. Unter Maaßens Führung wurde sie im Februar 2024 in eine eigenständige Partei umgewandelt. Maaßen trat jedoch bereits im Oktober 2025 nach internen Streitigkeiten wieder aus. Zu den internen Querelen gehört auch der Umgang mit dem ehemaligen AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen, der der Werteunion beitrat.
Ja, im Januar 2024 wurde bekannt, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) Daten über seinen ehemaligen Präsidenten Hans-Georg Maaßen im Bereich Rechtsextremismus gespeichert hat. Dies steht im Kontext der zunehmenden Sorge vor politischer Radikalisierung, wie sie auch bei Themen wie der NS-Wiederbetätigung sichtbar wird.
Das politische Wirken von Hans-Georg Maaßen bleibt ein kontroverses Thema. Seine Entwicklung vom Spitzenbeamten und Hüter der Verfassung zu einer Figur, die selbst vom Verfassungsschutz beobachtet wird und der eine Nähe zur AfD nachgesagt wird, ist beispiellos in der jüngeren deutschen Geschichte. Die aktuellen Spekulationen um ein Ministeramt zeigen, dass sein politischer Weg noch nicht zu Ende sein könnte und er weiterhin eine wichtige Rolle am rechten Rand des politischen Spektrums in Deutschland spielt.
Albert Riera ist seit Februar 2026 Trainer von Eintracht Frankfurt. Erfahren Sie alles über die…
Die ständige Belastung und der immense Druck, dem Pflegekräfte ausgesetzt sind, führen unweigerlich zu einer…
Hayden Panettiere schildert in einem Podcast einen Übergriff: Als 18-Jährige war sie auf einem Schiff…
Sie möchten den WhatsApp Status Ihrer Kontakte sehen, ohne dass diese es mitbekommen? Neugier ist…
Weltweit sind schätzungsweise neun Millionen Tierarten existent, doch nur etwa 1,8 Millionen davon sind wissenschaftlich…
Die Sorge vor einer Gasknappheit in Deutschland wächst, da hohe Gaspreise und unsichere Marktbedingungen die…