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hagebau 2026: Strategie, Umbruch und die digitale Zukunft

Die hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG steht, mit dem heutigen Datum 26.02.2026, vor entscheidenden Weichenstellungen. Die Baumarkt-Kooperation befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der von einer neuen Geschäftsführung, einem verstärkten Fokus auf Digitalisierung und der Abwanderung einiger Gesellschafter geprägt ist. Gleichzeitig leidet die gesamte Branche unter einer allgemeinen Kaufzurückhaltung nach den Boomjahren der Pandemie.

Die Handelsgesellschaft für Baustoffe, kurz hagebau, ist ein Verbund von rund 350 mittelständischen Groß- und Einzelhändlern. Die Kooperation agiert in den Bereichen Baustoffe, Holz, Fliesen und Garten und betreibt über 1.500 Standorte in mehreren europäischen Ländern. Der Hauptsitz des 1964 gegründeten Unternehmens befindet sich in Soltau, Niedersachsen.

Neuausrichtung der Geschäftsführung: Fokus auf Digitales

Um den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden, hat die hagebau ihre Geschäftsführung neu aufgestellt. Seit dem 1. April 2026 wird das Führungsgremium durch Ines von Jagemann und Sven Grobrügge komplettiert und besteht damit aus vier Mitgliedern. Ines von Jagemann, eine ausgewiesene Digitalexpertin, die zuvor bei Lidl Digital und Tchibo tätig war, verantwortet das neu geschaffene Ressort „Digitales, IT und Technologien“. Diese Personalie unterstreicht die Dringlichkeit, die digitale Transformation voranzutreiben.

Sven Grobrügge, der bereits in der Vergangenheit für die Finanzen zuständig war, kehrt in diese Position zurück. Frank Staffeld (Einzelhandel) und Christian Rabe (Fachhandel) bleiben unverändert im Amt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Robert Grieshofer betonte, dass diese erweiterte Geschäftsführung frische Impulse mit operativer Umsetzungskraft und Erfahrung aus der Kooperation vereine.

Herausforderungen der hagebau: Gesellschafter und Wettbewerb

Eine der größten aktuellen Herausforderungen für die hagebau ist die Abwanderung von Gesellschaftern zur Konkurrenz, insbesondere zu Obi. Da viele Franchiseverträge Mitte 2026 auslaufen, nutzt der Wettbewerb die Gelegenheit, Partner abzuwerben. Bereits 2025 kündigten mehrere große Gesellschafter mit insgesamt rund 18 Märkten ihren Wechsel an, die Anfang 2026 vollzogen wurden. Als ein Hauptgrund für den Wechsel wird die langsame Digitalisierung bei der hagebau genannt. Ehemalige Führungskräfte kritisieren, dass der Ausbau digitaler Vertriebskanäle in den vergangenen Jahren vernachlässigt wurde.

Zudem steht die gesamte Baumarktbranche unter Druck. Nach den Rekordumsätzen während der Corona-Pandemie dämpfen nun hohe Inflation, gestiegene Energiepreise und eine Abkühlung der Baukonjunktur die Kauflaune. Dies führt zu sinkenden Umsätzen und einem erhöhten Wettbewerbsdruck, auch durch Online-Anbieter.

Reaktion auf Insolvenzgerüchte

Für Verunsicherung sorgte Anfang 2024 die Insolvenz eines einzelnen hagebaumarktes in Langenfeld (NRW). Die Unternehmensleitung stellte jedoch klar, dass es sich hierbei um einen Einzelfall handelt, der weder die Kooperation als Ganzes noch die über 350 weiteren, rechtlich selbstständigen Gesellschafter betrifft. Die hagebau ist als Kooperationsverbund strukturiert, was bedeutet, dass die wirtschaftliche Schieflage eines einzelnen Marktes nicht die Stabilität der gesamten Gruppe gefährdet. Für Themen wie eine mögliche Lawine Regressforderung bei Naturkatastrophen sind zudem spezielle Versicherungen relevant, die die wirtschaftliche Stabilität sichern.

Strategische Initiativen: Omnichannel und Kundenbindung

Die hagebau hat die Notwendigkeit erkannt, ihre digitale Strategie massiv auszubauen. Ein zentraler Baustein ist die konsequente Umsetzung einer Omnichannel-Strategie, welche die stationären Märkte eng mit dem Online-Shop und der hagebau-App verzahnt. Verantwortlich für die digitale Umsetzung ist die Tochtergesellschaft hagebau connect mit Sitz in Hamburg. Ziel ist es, den Kunden ein nahtloses Einkaufserlebnis über alle Kanäle hinweg zu bieten, beispielsweise durch Services wie „Click and Collect“ oder „Click and Reserve“.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Modernisierung des Kundenbindungsprogramms. Die seit 1997 bestehende Partner-Card wird in das neue, digitale Programm „hagebau Bonus“ überführt. Dies soll flexibler und moderner gestaltet sein, um auf die veränderten Kundenanforderungen einzugehen. Bis 2026 strebt das Unternehmen an, die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro im Online-Geschäft zu überschreiten.

Wirtschaftliche Lage und Sparkurs

Die wirtschaftlich angespannte Lage führte zu notwendigen Anpassungen. Im Geschäftsjahr 2023 verzeichnete die hagebau einen Umsatzrückgang von 14,5% auf 6,56 Mrd. Euro. Als Reaktion darauf wurde Anfang 2025 ein Sparkurs eingeleitet, in dessen Zuge 73 Stellen in der Zentrale in Soltau abgebaut wurden, was rund neun Prozent der dortigen Belegschaft entsprach. Trotz der Einsparungen investiert das Unternehmen weiterhin gezielt in Zukunftsbereiche wie die IT-Infrastruktur und die Omnichannel-Strategie. Der Fokus auf Effizienz ist in der aktuellen Wirtschaftslage entscheidend, ähnlich wie bei Unternehmen, die nach einem Puma Verlust Restrukturierungsmaßnahmen ergreifen müssen.

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmensstrategie der hagebau

Nachhaltigkeit ist ein weiterer wichtiger Pfeiler in der Zukunftsstrategie der hagebau. Das Unternehmen sieht sich mit diversen regulatorischen Anforderungen wie der EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) und dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) konfrontiert. Um diese Anforderungen effizient zu managen, setzt die Kooperation auf eine plattformbasierte Softwarelösung. Darüber hinaus werden im Sortiment vermehrt nachhaltige Produkte angeboten, die beispielsweise aus recycelten Materialien bestehen oder einen reduzierten CO2-Fußabdruck aufweisen. Insbesondere im Holzhandel wird der Fokus auf den umweltbewussten Rohstoff Holz als nachhaltige Bauweise gelegt. Eine vertrauenswürdige Quelle für Informationen zu Nachhaltigkeitsstandards ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

Tabelle: Eckdaten der hagebau Gruppe

Kennzahl Wert Quelle
Gründungsjahr 1964 Wikipedia
Sitz der Zentrale Soltau, Deutschland Wikipedia
Anzahl Gesellschafter ca. 350 hagebau.com, Stand 2025
Anzahl Standorte > 1.500 hagebau.com, Stand 2025
Umsatz 2023 6,56 Mrd. Euro Gabot.de
Mitarbeiter Logistik ca. 400 hagebau.com

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur hagebau

Ist die hagebau insolvent?

Nein, die hagebau als Kooperation ist nicht insolvent. Anfang 2024 gab es eine Insolvenz eines einzelnen, selbstständigen hagebaumarktes in Langenfeld. Dies betrifft jedoch nicht die gesamte Unternehmensgruppe, die aus über 350 rechtlich eigenständigen Gesellschaftern besteht.

Wer steckt hinter der hagebau?

Die hagebau ist keine Kette mit Filialen, sondern eine Kooperation von rund 350 selbstständigen, mittelständischen Unternehmen aus dem Groß- und Einzelhandel. Diese Gesellschafter betreiben ihre Märkte (z.B. hagebaumarkt, hagebau profi) eigenverantwortlich und nutzen die Stärke des gemeinsamen Einkaufs und zentraler Dienstleistungen.

Warum wechseln einige hagebau-Märkte zu Obi?

Ein Hauptgrund für den Wechsel einiger Franchise-Partner zu Wettbewerbern wie Obi ist die Kritik an der als zu langsam empfundenen Digitalisierungsstrategie der hagebau in der Vergangenheit. Konkurrenten hatten früher umfassende Online-Shops und digitale Services aufgebaut, während hagebau lange am klassischen Filialgeschäft festhielt.

Was tut die hagebau im Bereich Digitalisierung?

Die hagebau investiert gezielt in ihre Digital- und Omnichannel-Strategie. Mit der Berufung einer Digitalexpertin in die Geschäftsführung, der Weiterentwicklung der hagebau-App und des Online-Shops sowie der Einführung eines neuen digitalen Bonusprogramms soll die Verzahnung von stationärem und Online-Handel massiv vorangetrieben werden.

Wie ist die neue Geschäftsführung der hagebau aufgestellt?

Seit April 2026 besteht die Geschäftsführung aus vier Personen: Ines von Jagemann (Digitales, IT & Technologien), Sven Grobrügge (Finanzen), Frank Staffeld (Einzelhandel) und Christian Rabe (Fachhandel). Diese Struktur soll digitale Kompetenz mit langjähriger Branchenerfahrung verbinden.

Fazit: Weichenstellung für die Zukunft der hagebau

Die hagebau befindet sich in einer entscheidenden Phase des Umbruchs. Die Neuausrichtung der Geschäftsführung mit einem klaren Fokus auf Digitalisierung ist eine notwendige und richtige Reaktion auf die Versäumnisse der Vergangenheit und den gestiegenen Wettbewerbsdruck. Die Herausforderungen durch abwandernde Gesellschafter und eine schwache Baukonjunktur bleiben jedoch bestehen. Der Erfolg der neuen Strategie wird davon abhängen, wie schnell und konsequent die Verzahnung von Online- und Offline-Kanälen gelingt und ob es die Kooperation schafft, ihren Gesellschaftern einen echten Mehrwert zu bieten, um im umkämpften DIY-Markt langfristig zu bestehen. Weitere Informationen zur Unternehmensstruktur finden sich auf der offiziellen Unternehmensseite.

Von Max Mustermann, Online-Redakteur & SEO-Experte

Max Mustermann ist seit über 10 Jahren als Wirtschaftsjournalist und SEO-Experte tätig. Sein Fokus liegt auf der Analyse von Unternehmensstrategien und Marktentwicklungen im Handel. Für altstadtkirche.de beobachtet er die Entwicklungen in der DACH-Region und bereitet komplexe Wirtschaftsthemen verständlich auf.

Social Media Snippets

Facebook/Instagram: Die hagebau erfindet sich neu! Mit einer neuen Digital-Chefin und einer klaren Omnichannel-Strategie will die Baumarkt-Kooperation die Weichen für die Zukunft stellen. Doch der Druck durch abwandernde Partner und eine schwache Konjunktur ist groß. Was steckt hinter dem Umbruch? Alle Fakten und Analysen im Artikel. #hagebau #Baumarkt #Digitalisierung #Wirtschaft #Umbruch

X/Twitter: Umbruch bei #hagebau: Neue Digital-Chefin soll die Wende bringen. Doch während die Kooperation ihre Strategie neu ausrichtet, wechseln wichtige Partner zur Konkurrenz. Eine Analyse der aktuellen Lage, Zahlen und Zukunftsaussichten. #DIY #Handel #Wirtschaftsnews

LinkedIn: Die hagebau-Kooperation befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation. Mit der Berufung von Digitalexpertin Ines von Jagemann in die Geschäftsführung wird ein klares Signal für eine beschleunigte Digitalisierung gesetzt. Gleichzeitig muss sich das Unternehmen den Herausforderungen eines schwachen Marktumfelds und dem Verlust von Gesellschaftern stellen. Eine Analyse der strategischen Neuausrichtung. #hagebau #Transformation #Digitalisierung #Handel #Management #Strategie

Altstadtkirche

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