Europäisches Parlament – Europäisches Parlament: Aufgaben, Mitglieder & Wahl 2026
Das Europäische Parlament ist, Stand 30.04.2026, das einzige direkt gewählte Organ der Europäischen Union und vertritt die Interessen von rund 450 Millionen Menschen. Es spielt eine zentrale Rolle in der EU-Gesetzgebung, bei der Kontrolle anderer EU-Institutionen und bei der Verabschiedung des EU-Haushalts. Nach der letzten Wahl im Juni 2024 hat sich das Parlament für seine zehnte Legislaturperiode konstituiert.
Das Europäische Parlament (EP) ist die Legislative der Europäischen Union. Es wird alle fünf Jahre von den Bürgerinnen und Bürgern der EU-Mitgliedstaaten direkt gewählt. Zu seinen Hauptaufgaben gehören die Gesetzgebung gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Union, die demokratische Kontrolle über alle EU-Organe und die Genehmigung des EU-Haushalts.
Das Europäische Parlament verfügt über drei zentrale Kompetenzen, die seine Arbeit prägen und ihm erheblichen Einfluss auf die Politik der Europäischen Union verleihen.
Zunächst ist die wichtigste Aufgabe des Parlaments die Gesetzgebung. Im sogenannten ordentlichen Gesetzgebungsverfahren entscheidet das Europäische Parlament gemeinsam und gleichberechtigt mit dem Rat der Europäischen Union über die meisten EU-Gesetze. Dieser Prozess beginnt in der Regel mit einem Vorschlag der Europäischen Kommission. Anschließend durchläuft der Vorschlag mehrere Lesungen in Parlament und Rat, in denen Änderungen eingebracht werden können. Eine Einigung beider Institutionen ist für die Verabschiedung eines Gesetzes zwingend erforderlich.
Des Weiteren besitzt das Parlament eine umfassende Haushaltsbefugnis. Gemeinsam mit dem Rat legt es den jährlichen Gesamthaushalt der Europäischen Union fest. Dies gibt den Abgeordneten die Möglichkeit, maßgeblich mitzubestimmen, wofür die EU ihre finanziellen Mittel einsetzt. Außerdem kontrolliert das Parlament die Ausführung des Haushalts und erteilt der Kommission die sogenannte Entlastung, womit die ordnungsgemäße Verwendung der Gelder bestätigt wird. Ein wichtiges Thema in diesem Kontext sind die Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen, wie sie aktuell für den Zeitraum 2028-2034 geführt werden.
Schließlich übt das Europäische Parlament eine wichtige demokratische Kontrollfunktion gegenüber den anderen EU-Institutionen aus, insbesondere gegenüber der Europäischen Kommission. Das Parlament wählt den Präsidenten oder die Präsidentin der Kommission und muss dem gesamten Kollegium der Kommissare zustimmen. Es kann Untersuchungsausschüsse einrichten und hat das Recht, der Kommission das Misstrauen auszusprechen und sie so zum Rücktritt zu zwingen. Zudem haben Bürger die Möglichkeit, über den Petitionsausschuss Anliegen direkt an das Parlament zu richten.
Seit der Europawahl im Juni 2024 besteht das Europäische Parlament aus 720 Abgeordneten, die die Bürger der 27 EU-Mitgliedstaaten vertreten. Die Verteilung der Sitze auf die einzelnen Länder erfolgt nach dem Prinzip der „degressiven Proportionalität“. Das bedeutet, dass bevölkerungsreichere Staaten zwar mehr Abgeordnete haben, kleinere Staaten jedoch pro Einwohner überrepräsentiert sind, um eine faire Vertretung aller zu gewährleisten. Deutschland stellt als bevölkerungsreichstes Mitgliedsland 96 Abgeordnete.
Die Mitglieder des Europäischen Parlaments (MdEP) organisieren sich nicht nach nationalen Delegationen, sondern nach ihrer politischen Zugehörigkeit in Fraktionen. Nach der Wahl 2024 haben sich acht Fraktionen gebildet, die das politische Spektrum abbilden. Die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) ist dabei die stärkste Kraft.
An der Spitze des Europäischen Parlaments steht die Präsidentin oder der Präsident. Seit dem 18. Januar 2022 hat die maltesische Politikerin Roberta Metsola (EVP) dieses Amt inne. Sie wurde im Juli 2024 für eine zweite Amtszeit von zweieinhalb Jahren wiedergewählt. Die Präsidentin leitet die Plenarsitzungen, vertritt das Parlament nach außen und in den Beziehungen zu den anderen EU-Organen und unterzeichnet die verabschiedeten Gesetze. Sie wird dabei von 14 Vizepräsidenten unterstützt.
Vom 6. bis 9. Juni 2024 fand die zehnte Direktwahl zum Europäischen Parlament statt. In den 27 Mitgliedstaaten waren rund 370 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen. Die Wahl führte zu einer neuen Sitzverteilung im Parlament. Die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) konnte ihre Position als stärkste Kraft ausbauen, während die Liberalen (Renew Europe) und die Grünen/EFA Verluste hinnehmen mussten. Fraktionen am rechten Rand des politischen Spektrums, wie die Patrioten für Europa (PfE) und die Europäischen Konservativen und Reformer (EKR), verzeichneten Zuwächse.
Die genaue Zusammensetzung der Fraktionen ist entscheidend für die Mehrheitsfindung bei Abstimmungen und beeinflusst die politische Agenda der kommenden Jahre. Die Kooperation zwischen den Fraktionen ist daher für den Gesetzgebungsprozess von zentraler Bedeutung.
| Fraktion | Sitze |
|---|---|
| Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) (EVP) | 186 |
| Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament (S&D) | 135 |
| Patrioten für Europa (PfE) | N/A* |
| Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 73 |
| Renew Europe (RE) | 79 |
| Die Grünen/Europäische Freie Allianz (Grüne/EFA) | 53 |
| Die Linke im Europäischen Parlament – GUE/NGL | 36 |
| Europa der souveränen Nationen (ESN) | N/A* |
| Fraktionslose (NI) | 100 |
| Gesamt | 720 |
*Die Fraktionen PfE und ESN haben sich nach der Wahl neu gebildet, eine exakte, vergleichbare Zahl aus der Quelle von Statista liegt nicht für alle neuen Gruppierungen vor. Die Gesamtzahl der Sitze ist jedoch korrekt.
Im Jahr 2026 befasst sich das Europäische Parlament mit einer Vielzahl drängender Themen. Die geopolitische Lage, insbesondere die fortwährende Unterstützung der Ukraine und die Stärkung der europäischen strategischen Autonomie, steht weit oben auf der Agenda. Debatten über die Wettbewerbsfähigkeit der EU, die Energieversorgungssicherheit und ein umfassendes Migrationsmanagement sind ebenfalls zentral.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der europäische Grüne Deal. Während einige auf eine Entbürokratisierung drängen, warnen andere vor einer Abschwächung der Klimaziele. Zudem verabschiedete das Parlament erst kürzlich, am 30. April 2026, eine Position zu Maßnahmen gegen Cybermobbing. Intern wird zudem über Themen wie das Stimmrecht für Abgeordnete während der Schwangerschaft und nach der Geburt diskutiert. Eine passende Lektüre zur Vertiefung bietet unser Artikel über die CDU Berlin und ihre Ziele für 2026, der auch europapolitische Aspekte berührt.
Trotz seiner gestärkten Rolle in den letzten Jahrzehnten steht das Europäische Parlament auch vor Herausforderungen. Ein häufiger Kritikpunkt ist die wahrgenommene Distanz zu den Bürgern und die komplexe, oft als undurchsichtig empfundene Arbeitsweise der EU-Institutionen. Die vergleichsweise niedrige Wahlbeteiligung bei Europawahlen in vielen Ländern wird oft als Symptom dafür gesehen. Zudem wird die Aufteilung auf drei Arbeitsorte (Brüssel, Straßburg, Luxemburg) regelmäßig als ineffizient und kostspielig kritisiert.
Eine weitere Herausforderung ist die zunehmende politische Polarisierung. Der Aufstieg europaskeptischer und nationalistischer Parteien erschwert die Kompromissfindung und stellt die Handlungsfähigkeit des Parlaments auf die Probe. Die Bewältigung globaler Krisen, von Klimawandel bis zu Sicherheitsbedrohungen, erfordert jedoch eine geschlossene und entscheidungsfreudige Europäische Union. Die wirtschaftliche Lage, insbesondere die Arbeitskosten in der DACH-Region, spielt dabei ebenfalls eine Rolle für die politische Stimmung. Für weitere Informationen zur EU-Gesetzgebung empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle Seite zum ordentlichen Gesetzgebungsverfahren.
Die drei Hauptaufgaben des Europäischen Parlaments sind die Gesetzgebung gemeinsam mit dem Rat der EU, die Verabschiedung und Kontrolle des EU-Haushalts sowie die demokratische Kontrolle der anderen EU-Institutionen, insbesondere der Europäischen Kommission.
Seit der Wahl im Juni 2024 hat das Europäische Parlament 720 Abgeordnete (MdEP). Diese Zahl wird regelmäßig vor den Wahlen an die Bevölkerungsentwicklung der Mitgliedstaaten angepasst.
Die derzeitige Präsidentin ist Roberta Metsola aus Malta. Sie gehört der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) an und wurde am 18. Januar 2022 ins Amt gewählt und im Juli 2024 bestätigt.
Das Europäische Parlament wird alle fünf Jahre in allgemeinen, unmittelbaren, freien und geheimen Wahlen von den Bürgerinnen und Bürgern der Europäischen Union direkt gewählt. Die letzte Wahl fand im Juni 2024 statt.
Das Europäische Parlament hat mehrere Arbeitsorte. Der offizielle Sitz, an dem die monatlichen Plenartagungen stattfinden, ist in Straßburg (Frankreich). Die Ausschusssitzungen und zusätzliche Plenartagungen werden in Brüssel (Belgien) abgehalten, während sich das Generalsekretariat in Luxemburg befindet.
Das Europäische Parlament ist eine zentrale Säule der demokratischen Legitimation der Europäischen Union. Als direkt gewählte Vertretung der Bürgerinnen und Bürger hat es sich zu einem mächtigen Akteur im politischen System der EU entwickelt. Seine Entscheidungen in den Bereichen Gesetzgebung und Haushalt prägen den Alltag von Millionen Menschen in Europa. Die Herausforderungen durch geopolitische Veränderungen und interne politische Spannungen werden die Arbeit des Parlaments auch in der laufenden Legislaturperiode bis 2029 maßgeblich bestimmen. Die Auseinandersetzung mit dem Europäischen Parlament bleibt daher für das Verständnis der europäischen Politik unerlässlich.
Maximilian Weber ist seit über 15 Jahren als Online-Redakteur und SEO-Experte tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf politischen und wirtschaftlichen Themen mit europäischem Bezug. Er analysiert regelmäßig die Entwicklungen in den EU-Institutionen und bereitet komplexe Sachverhalte für eine breite Leserschaft verständlich auf. Seine Expertise stützt sich auf fundierte Recherchen und verifizierte Quellen, um höchste journalistische Standards zu gewährleisten.
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🇪🇺 Das Europäische Parlament 2026: Wer sind die 720 Abgeordneten, die uns vertreten? Was sind ihre Aufgaben und welche Themen stehen aktuell auf der Agenda? Wir geben einen umfassenden Überblick über das Herz der europäischen Demokratie – von der Gesetzgebung bis zur Haushaltskontrolle. #EuropäischesParlament #EP2026 #EU #Politik #RobertaMetsola #Europawahl
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Alles Wichtige zum Europäischen Parlament 2026: 720 Mitglieder, 3 Kernaufgaben & Präsidentin Roberta Metsola an der Spitze. Aktuelle Debatten: Ukraine-Hilfe, Green Deal & Cybermobbing. Unser Überblick. #EP #EU #EUParlament #Politik
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Eine Analyse des Europäischen Parlaments im Jahr 2026: Der Artikel beleuchtet die legislativen und budgetären Kompetenzen, die aktuelle Zusammensetzung nach der Wahl 2024 sowie die strategischen Prioritäten. Einblicke in die Arbeit der Institution, die maßgeblich die regulatorischen Rahmenbedingungen für die europäische Wirtschaft mitgestaltet. #EuropeanParliament #EUPolitics #Legislative #Budget #Geopolitics #2026
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