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Ehegattensplitting vor dem aus? SPD plant offenbar

Das Ehegattensplitting steht erneut im Fokus politischer Diskussionen. SPD-Chef Lars Klingbeil plant offenbar, das Modell abzuschaffen, um so die Erwerbstätigkeit in Deutschland anzukurbeln. Dies berichtet die BILD. Gleichzeitig veröffentlichte die Rockwool Foundation Berlin (RFBerlin) eine Studie, die nahelegt, dass eine Abschaffung des Splittings sogar positive Auswirkungen auf die Geburtenrate haben könnte.

Symbolbild: Ehegattensplitting (Bild: Picsum)

Hintergrund des Ehegattensplittings

Das Ehegattensplitting ist ein zentrales Element des deutschen Steuerrechts. Es wurde 1958 eingeführt und soll die Familie als wirtschaftliche Einheit schützen. Kern des Modells ist die Zusammenveranlagung von Ehepartnern oder eingetragenen Lebenspartnern. Dabei werden die Einkommen beider Partner addiert, halbiert und auf diesen halbierten Betrag die Einkommensteuer berechnet. Die resultierende Steuer wird dann verdoppelt. Dies führt insbesondere dann zu einer geringeren Steuerlast, wenn die Einkommen der Partner stark voneinander abweichen. Kritiker bemängeln jedoch, dass das Ehegattensplitting traditionelle Rollenbilder fördert, bei denen ein Partner hauptsächlich oder ausschließlich für die Kindererziehung und den Haushalt zuständig ist, während der andere Partner den Großteil des Einkommens erzielt. Auf der Seite des Bundesfinanzministeriums finden sich weitere Details und Beispiele zur Berechnung. (Lesen Sie auch: Cavaliers – Magic: gegen: Spannendes NBA-Duell mit…)

Klingbeils Pläne zur Abschaffung

Laut BILD will Klingbeil mit der Abschaffung des Ehegattensplittings einen Anreiz für mehr Erwerbstätigkeit schaffen. CDU-Kanzler Friedrich Merz hatte zuvor kritisiert, dass die Deutschen zu wenig arbeiten würden. Klingbeil wies diesen „Faulenzer-Vorwurf“ zwar zurück, will aber dennoch das Arbeitsvolumen in Deutschland erhöhen. Die Abschaffung des Ehegattensplittings wäre demnach ein Schritt, um insbesondere Frauen zu einer höheren Erwerbstätigkeit zu bewegen. Im Gegenzug plant Klingbeil eine Senkung der Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen, um so Geringverdiener zu entlasten. Die Gegenfinanzierung soll durch höhere Steuern für Topverdiener erfolgen.

Studie sieht positive Effekte auf Geburtenrate

Die Studie der Rockwool Foundation Berlin (RFBerlin), die der WirtschaftsWoche vorab vorlag, kommt zu dem Ergebnis, dass eine Abschaffung des Ehegattensplittings die Geburtenrate in Deutschland erhöhen könnte. Demnach könnte die Geburtenrate um 5,7 Prozent höher liegen, wenn Steuervorteile nicht mehr an die Heiratsurkunde, sondern an die Kinder gebunden wären. Die Studienleiterin Hanna Wang betont, dass in diesem Fall auch die Steuervorteile pro Kind, das Elterngeld und das Kindergeld erhöht werden müssten. Gleichzeitig schlägt die Studie Kürzungen bei anderen Leistungen vor, um die Staatsausgaben nicht zu erhöhen. (Lesen Sie auch: Mammoth – Oilers: suchen gegen Utah nach…)

Reaktionen und Kritik

Die Pläne von Lars Klingbeil und die Ergebnisse der Studie der Rockwool Foundation Berlin (RFBerlin) haben eine breite Debatte ausgelöst. Befürworter sehen in der Abschaffung des Ehegattensplittings eine Möglichkeit, die Gleichstellung von Mann und Frau zu fördern und die Erwerbstätigkeit zu erhöhen. Kritiker befürchten hingegen eine Benachteiligung von Familien mit traditioneller Rollenverteilung. Auch die CDU hat sich bereits zu Wort gemeldet. Familienministerin Karin Prien sprach sich in einem Interview für eine „Weiterentwicklung“ des Ehegattensplittings aus.

Ehegattensplitting: Was bedeutet das für die Zukunft?

Die Diskussion um die Zukunft des Ehegattensplittings wird in den kommenden Monaten sicherlich weitergehen. Die Pläne von Lars Klingbeil und die Ergebnisse der Studie der Rockwool Foundation Berlin (RFBerlin) haben gezeigt, dass das Thema komplex und umstritten ist.Klar ist jedoch, dass eine Reform des Ehegattensplittings tiefgreifende Auswirkungen auf die Familien in Deutschland hätte. Eine Zusammenfassung der Vor- und Nachteile des Splittings findet sich auch auf Wikipedia. (Lesen Sie auch: Krankenkasse: Müssen Ehepartner bald draufzahlen?)

Symbolbild: Ehegattensplitting (Bild: Picsum)
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