Main-Post – Main-Post: News, E-Paper & Abos für Mainfranken 2026
Der Schauspieler Crispin Glover, für viele unvergessen als der exzentrische George McFly, sorgt am 27.02.2026 erneut für Schlagzeilen, diesmal jedoch abseits der Kinoleinwand. Eine Zivilklage wirft einen dunklen Schatten auf den für seine eigenwilligen Rollen bekannten Künstler. Doch wer ist der Mann, der Hollywood seit Jahrzehnten ebenso fasziniert wie irritiert? Wir blicken auf die aktuellen Ereignisse, seine prägende Karriere und sein außergewöhnliches Schaffen als Regisseur, Autor und Performer.
Crispin Hellion Glover ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur, Autor und Künstler, der für seine Darstellung exzentrischer Charaktere bekannt ist. Seine Karriere begann in den frühen 1980er Jahren, doch der Durchbruch gelang ihm 1985 mit der Rolle des George McFly in „Zurück in die Zukunft“. Trotz dieses Erfolgs mied er oft den Mainstream und verfolgte stattdessen eigene, unkonventionelle Kunstprojekte.
Am 27.02.2026 steht der Schauspieler Crispin Glover im Mittelpunkt eines Skandals, der sein öffentliches Bild nachhaltig prägen könnte. Eine Frau, in Gerichtsakten als Jane Doe geführt, hat in Los Angeles eine Zivilklage eingereicht, die schwere Vorwürfe wie Körperverletzung und Betrug beinhaltet. Diese Entwicklung rückt einen Künstler ins Rampenlicht, der sich bewusst oft dem grellen Licht Hollywoods entzogen hat, um seine eigene, kompromisslose Vision von Kunst zu verfolgen. Doch der aktuelle Fall zwingt zur Auseinandersetzung mit der Person hinter den unvergesslich-schrulligen Charakteren.
Die im Februar 2026 eingereichte Klage beschuldigt den heute 61-jährigen Schauspieler, eine aus dem Vereinigten Königreich stammende Frau nach Los Angeles gelockt zu haben – mit dem Versprechen, ihr als Assistentin Arbeit und eine Unterkunft zu geben. Laut Klageschrift sei die Frau jedoch in eine kontrollierende und ausbeuterische Situation geraten. Die Vorwürfe gipfeln in einem angeblichen physischen Angriff im März 2024, bei dem Glover die Frau gewürgt haben soll, als sie versuchte, ihre Sachen aus seinem Haus zu holen. Die Klage umfasst zudem Punkte wie widerrechtliche Zwangsräumung und absichtliche Zufügung von seelischem Leid.
Glovers Anwälte haben die Anschuldigungen umgehend und in schärfster Form zurückgewiesen. In einer öffentlichen Erklärung heißt es: „Mr. Glover bestreitet diese haltlosen Anschuldigungen auf das Schärfste.“ Die Gegendarstellung zeichnet ein völlig anderes Bild des Vorfalls vom März 2024. Demnach sei Crispin Glover selbst „das Opfer eines unprovozierten tätlichen Angriffs“ durch die Klägerin gewesen. Seine Seite verweist auf einen Polizeieinsatz, der zu einer Untersuchung und der Festnahme der Frau geführt habe. Man sei zuversichtlich, dass der Rechtsweg die Klage als „haltlose Erfindung“ entlarven werde. Der Fall ist anhängig und wird die Öffentlichkeit wohl noch länger beschäftigen.
Untrennbar mit dem Namen Crispin Glover verbunden ist seine Rolle als George McFly, der unbeholfene Vater von Marty McFly, in der Science-Fiction-Komödie „Zurück in die Zukunft“ von 1985. Seine nervöse, aber liebenswerte Darstellung trug maßgeblich zum Erfolg des Films bei. Allerdings kam es bei den Verhandlungen für die Fortsetzungen zum Eklat. Glover und die Produzenten konnten sich nicht auf die Gage einigen. Anstatt die Rolle neu zu besetzen, griffen die Macher zu einer umstrittenen Methode: Sie engagierten den Schauspieler Jeffrey Weissman und ließen ihn mithilfe von Gesichtsprothesen Glover zum Verwechseln ähnlich sehen. Zudem schnitten sie ungenutzte Szenen mit Glover aus dem ersten Teil in den Film.
Glover sah dadurch seine Persönlichkeitsrechte verletzt und zog vor Gericht. Er verklagte die Produzenten und erwirkte einen Vergleich, dessen Höhe nie öffentlich wurde. Viel wichtiger war jedoch die langfristige Folge: Der Fall führte zu neuen Klauseln in den Verträgen der Screen Actors Guild (SAG), der amerikanischen Schauspielergewerkschaft. Diese verbieten es Produzenten seither, das Aussehen eines Schauspielers ohne dessen Zustimmung zu imitieren oder Aufnahmen in einer Weise zu verwenden, die den Eindruck erweckt, der Darsteller hätte an der Produktion mitgewirkt. Dieser Rechtsstreit zementierte Glovers Ruf als jemand, der sich gegen die mächtigen Studios zur Wehr setzt.
Abseits des Mainstreams baute sich Crispin Glover eine zweite Karriere als Filmemacher auf. Sein Regiedebüt „What Is It?“ feierte 2005 auf dem Sundance Film Festival Premiere. Der surreale und provokante Film, dessen Darsteller größtenteils Menschen mit Down-Syndrom sind, ist laut Glover seine „psychologische Reaktion auf die Beschränkungen des Unternehmenskinos“. Er prangert damit an, dass alles aus Filmen entfernt werde, was das Publikum potenziell verunsichern könnte.
„What Is It?“ ist der erste Teil einer geplanten Trilogie. Der zweite Film, „It Is Fine! Everything Is Fine.“, folgte 2007. Das Drehbuch stammt vom Hauptdarsteller Steven C. Stewart, der an einer schweren Zerebralparese litt und 2001 verstarb. Der Film ist eine psychosexuelle, autobiografische Fantasie aus Stewarts Perspektive. Glover finanziert seine Filme größtenteils selbst, oft durch Gagen aus kommerzielleren Hollywood-Produktionen. Einen traditionellen Kinostart erhalten seine Werke nicht; stattdessen tourt er mit ihnen und präsentiert sie persönlich dem Publikum, was jede Vorführung zu einem einzigartigen Event macht. Passend dazu könnte man sich fragen, wie andere Künstler wie Helene Fischer ihre Karriere abseits der Bühne gestalten.
Die künstlerische Vision von Crispin Glover beschränkt sich nicht auf die Leinwand. Seit den 1980er Jahren erschafft er Bücher, indem er gemeinfreie Werke aus dem 19. Jahrhundert als Grundlage nimmt und sie durch Collagen, Zeichnungen und handschriftliche Notizen in neue Kunstwerke verwandelt. Bekannte Titel sind „Rat Catching“ (basierend auf einem Buch über die Kunst des Rattenfangs von 1896) und „Oak-Mot“ (nach einem Roman von 1868). Diese Bücher sind keine klassischen Erzählungen, sondern visuelle Erlebnisse.
Um diese und andere Werke zu präsentieren, entwickelte er „Crispin Hellion Glover’s Big Slide Show“. Hierbei handelt es sich um eine einstündige, dramatische Lesung, bei der er aus seinen Büchern vorträgt, während die illustrierten Seiten auf eine Leinwand projiziert werden. Diese Performance geht den Filmvorführungen auf seinen Touren voraus und wird von einer ausgedehnten Frage-Antwort-Runde und einer Signierstunde abgerundet. Dieses Format ermöglicht ihm einen direkten und unzensierten Austausch mit seinem Publikum, fernab der Hollywood-Maschinerie. Ähnlich unkonventionelle Wege gehen auch andere Künstler, wie man im Fall von Jason Derulo und seinen Auftritten sehen kann.
Trotz seines Fokus auf eigene Projekte war Crispin Glover durchgehend als Schauspieler in Hollywood aktiv. Seine Filmografie ist geprägt von unvergesslich-schrägen und oft düsteren Charakteren. Er spielte unter der Regie von David Lynch in „Wild at Heart“ (1990) und arbeitete mit Tim Burton für „Alice im Wunderland“ (2010) zusammen, wo er den Herzkönig Stayne verkörperte. Weitere prägnante Rollen hatte er als „Dürrer Mann“ in „3 Engel für Charlie“ (2000), als Hauptdarsteller im Ratten-Horror-Remake „Willard“ (2003) und als Grendel in Robert Zemeckis‘ animiertem Epos „Beowulf“ (2007). Von 2017 bis 2021 war er zudem als der manipulative Mr. World in der Fantasyserie „American Gods“ zu sehen, was ihm eine neue Generation von Fans einbrachte.
| Jahr | Titel | Rolle | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| 1985 | Zurück in die Zukunft | George McFly | Internationaler Durchbruch |
| 1986 | Das Messer am Ufer (River’s Edge) | Layne | Kritikerlob für seine intensive Darstellung |
| 1990 | Wild at Heart | Dell | Regie: David Lynch |
| 1993 | Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa | Bobby McBurney | |
| 2000 | 3 Engel für Charlie | Thin Man (Dürrer Mann) | Markante, stumme Rolle |
| 2003 | Willard | Willard Stiles | Hauptrolle im Remake |
| 2007 | Beowulf | Grendel | Performance Capture; Regie: Robert Zemeckis |
| 2010 | Alice im Wunderland | Ilosovic Stayne / Herzkönig | Regie: Tim Burton |
| 2017–2021 | American Gods | Mr. World | Fernsehserie |
| 2022 | Guillermo del Toro’s Cabinet of Curiosities | Richard Upton Pickman | Episode: Pickman’s Model |
Im Februar 2026 wurde eine Zivilklage gegen Crispin Glover eingereicht. Eine Frau wirft ihm unter anderem Körperverletzung, Betrug und widerrechtliche Zwangsräumung vor. Glover bestreitet die Vorwürfe vehement und bezeichnet sie als unbegründet. Er gibt an, selbst Opfer eines Angriffs gewesen zu sein.
Crispin Glover war nicht in den Fortsetzungen von ‚Zurück in die Zukunft‘ zu sehen, da es zu keiner Einigung über seine Gage kam. Die Produzenten verwendeten daraufhin ohne seine Erlaubnis Aufnahmen von ihm aus dem ersten Film und ließen einen anderen Schauspieler mit Gesichts-Prothesen die Rolle spielen. Glover verklagte die Produzenten erfolgreich, was zu einer Änderung der Regeln der Screen Actors Guild (SAG) führte.
Seine ‚Big Slide Show‘ ist eine einstündige Live-Performance, bei der Crispin Glover aus acht seiner kunstvoll illustrierten Bücher vorliest, während die Bilder auf eine Leinwand projiziert werden. Diese Shows sind oft Teil einer Veranstaltung, bei der er auch einen seiner selbst produzierten Filme zeigt und anschließend eine Fragerunde mit dem Publikum abhält.
Crispin Glover hat bei der experimentellen ‚It?‘-Trilogie Regie geführt. Der erste Teil ist ‚What Is It?‘ (2005), gefolgt von ‚It Is Fine! Everything Is Fine.‘ (2007). Ein dritter Teil mit dem Titel ‚It Is Mine‘ ist geplant. Außerdem hat er den Film ‚No! YOU’RE WRONG. or: Spooky Action at a Distance‘ gedreht, der 2025 Premiere feierte und in dem er gemeinsam mit seinem Vater Bruce Glover auftritt.
Ja, Crispin Glover hat zwischen 15 und 20 Bücher veröffentlicht. Er verwendet dafür oft alte Bücher aus dem 19. Jahrhundert, die gemeinfrei sind, und gestaltet sie mit eigenen Zeichnungen, Texten und Collagen komplett um. Bekannte Werke sind ‚Rat Catching‘ und ‚Oak-Mot‘.
Die Karriere und das Leben von Crispin Glover sind eine Studie der Kontraste. Auf der einen Seite steht der Schauspieler, der mit einer einzigen Rolle Kultstatus erreichte, sich aber den Mechanismen Hollywoods widersetzte. Auf der anderen Seite steht der kompromisslose Künstler, der mit seinen Filmen, Büchern und Performances Tabus bricht und sein Publikum herausfordert. Der aktuelle Skandal fügt diesem komplexen Bild eine düstere und ernste Facette hinzu. Während die juristische Klärung der Vorwürfe abzuwarten bleibt, steht fest: Crispin Glover bleibt eine der rätselhaftesten und unberechenbarsten Figuren der Unterhaltungsindustrie.
Der nächste Akt im langen Drama um Harvey Weinstein steht bevor: Ab April muss sich…
Der CDU-Politiker Armin Laschet ist auch nach seiner Kanzlerkandidatur 2021 politisch aktiv. Erfahren Sie hier…
Der Rechenzentren Strombedarf explodiert mit dem Aufstieg der Künstlichen Intelligenz (KI). Um steigende Strompreise für…
ölkonzerne Abzocke? Angesichts steigender Spritpreise infolge internationaler Krisen, prüft das Bundeskartellamt, ob Mineralölkonzerne die Situation…
Katharina Reiche ist seit Mai 2025 neue Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Erfahren Sie alles…
"Es ist so schwer, einen Freund zu verlieren, der einem in so vielerlei Hinsicht so…