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Christian Wulff: Was macht der Ex-Bundespräsident heute?

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff prägt auch am 06.04.2026 die öffentliche Diskussion in Deutschland. Nach einer steilen politischen Karriere, die ihn bis ins höchste Staatsamt führte, und einem tiefen Fall durch die sogenannte Wulff-Affäre, hat er sich neu positioniert. Heute ist er als Rechtsanwalt, Redner und in zahlreichen Ehrenämtern tätig, wobei er sich insbesondere für Integration und den interreligiösen Dialog einsetzt.

Christian Wulff ist eine Persönlichkeit, die polarisiert und fasziniert. Sein Weg vom hoffnungsvollen CDU-Nachwuchspolitiker zum Bundespräsidenten und der abrupte Rücktritt im Jahr 2012 sind ein Lehrstück über Politik, Medien und Justiz in Deutschland. Doch wer ist der Mensch Christian Wulff und was macht er heute, Jahre nach dem Ende seiner politischen Laufbahn?

Wer ist Christian Wulff?

Christian Walter Wilhelm Wulff wurde am 19. Juni 1959 in Osnabrück geboren. Er ist ein deutscher Rechtsanwalt und Politiker der Christlich Demokratischen Union (CDU). Seine politische Karriere begann früh in der Schüler Union und Jungen Union. Nach dem Jurastudium in Osnabrück arbeitete er ab 1990 als Rechtsanwalt, bevor die Politik ihn vollständig in Anspruch nahm. Er war von 2003 bis 2010 Ministerpräsident von Niedersachsen und von Juni 2010 bis zu seinem Rücktritt im Februar 2012 der zehnte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geboren: 19. Juni 1959 in Osnabrück
  • Beruf: Rechtsanwalt und Politiker (CDU)
  • Ministerpräsident Niedersachsen: 4. März 2003 – 30. Juni 2010
  • 10. Bundespräsident Deutschlands: 30. Juni 2010 – 17. Februar 2012
  • Rücktritt: 17. Februar 2012 infolge der Wulff-Affäre
  • Juristisches Nachspiel: Freispruch vom Vorwurf der Vorteilsannahme im Februar 2014
  • Heutige Tätigkeit: Rechtsanwalt, Redner und Engagement in diversen Stiftungen und Verbänden

Die politische Karriere von Christian Wulff

Die politische Laufbahn von Christian Wulff begann auf kommunaler Ebene. Von 1986 bis 2001 war er Ratsherr in seiner Heimatstadt Osnabrück. 1994 wurde er in den Niedersächsischen Landtag gewählt und übernahm dort den Vorsitz der CDU-Fraktion. Nach zwei vergeblichen Anläufen 1994 und 1998 gelang es ihm bei der Landtagswahl 2003, die absolute Mehrheit für die CDU zu erringen und er wurde zum Ministerpräsidenten von Niedersachsen gewählt. Dieses Amt hatte er bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten inne.

Vom Ministerpräsidenten zum Bundespräsidenten

Als Ministerpräsident galt Wulff als moderner, pragmatischer Konservativer. Parallel stieg er in der Bundes-CDU auf und war von 1998 bis 2010 einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Partei. Nach dem überraschenden Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler wurde Christian Wulff am 30. Juni 2010 von der Bundesversammlung im dritten Wahlgang zum zehnten Bundespräsidenten gewählt. Mit 51 Jahren war er der bis dahin jüngste Inhaber dieses Amtes. In seine kurze Amtszeit fiel unter anderem seine viel beachtete Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit, in der er den Satz prägte: „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“

Die Wulff-Affäre: Aufstieg und Fall

Ende 2011 geriet Christian Wulff zunehmend unter öffentlichen Druck. Die sogenannte Wulff-Affäre begann mit Medienberichten über einen Privatkredit für sein Haus in Großburgwedel, den er 2008 zu günstigen Konditionen von der Frau eines befreundeten Unternehmers erhalten hatte. Kritisiert wurde insbesondere, dass er eine parlamentarische Anfrage dazu im niedersächsischen Landtag 2010 unvollständig beantwortet haben soll.

In der Folge wurden weitere Vorwürfe laut, die sich um angenommene Urlaubs-Einladungen und angebliche Vorteilsnahmen drehten. Ein weiterer Aspekt der Affäre war Wulffs Versuch, die Berichterstattung zu beeinflussen, indem er dem Chefredakteur der „Bild“-Zeitung auf die Mailbox sprach, um einen kritischen Artikel zu verhindern. Dieses Vorgehen wurde als Angriff auf die Pressefreiheit gewertet und beschädigte sein Ansehen nachhaltig.

Der Rücktritt und seine Folgen

Der Druck auf Christian Wulff wuchs stetig. Als die Staatsanwaltschaft Hannover am 16. Februar 2012 die Aufhebung seiner Immunität beantragte, um wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme ermitteln zu können, war seine Position unhaltbar geworden. Am 17. Februar 2012, nach nur 598 Tagen im Amt, erklärte Christian Wulff seinen sofortigen Rücktritt. In seiner Rücktrittserklärung sprach er von verletzenden Berichterstattungen und betonte, dass das Vertrauen in seine Amtsführung nachhaltig beeinträchtigt sei.

Das juristische Nachspiel der Affäre zog sich hin. Die Staatsanwaltschaft bot Wulff an, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen, was er jedoch ablehnte, um eine vollständige gerichtliche Klärung zu erreichen. Am 27. Februar 2014 wurde Christian Wulff vom Landgericht Hannover vom Vorwurf der Vorteilsnahme freigesprochen. Das Gericht sah keine strafbaren Handlungen. In seinem 2014 erschienenen Buch „Ganz oben Ganz unten“ rechnete Wulff mit Medien und Justiz ab. Die Debatte über die Rolle der Medien in der Affäre und die Verhältnismäßigkeit der Berichterstattung hält bis heute an. Ein passender interner Link hierzu ist der Artikel über den Gesundheitszustand von Donald Trump, der ebenfalls oft im Fokus der Medien steht.

Was macht Christian Wulff heute 2026?

Nach seinem Rücktritt hat sich Christian Wulff beruflich und gesellschaftlich neu orientiert. Er arbeitet heute wieder als Rechtsanwalt in einer Kanzlei in Hamburg und unterhält ein Büro als Bundespräsident a.D. in Berlin. Er ist ein gefragter Redner zu Themen wie Demokratie, Europa und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Für 2026 plant er ein Bühnenprogramm mit dem Titel „Reden wir über Deutschland – wie wir unser Land wieder nach vorne bringen“.

Darüber hinaus engagiert er sich in zahlreichen Ehrenämtern. So ist er beispielsweise:

  • Vorsitzender des Stiftungsrates der Deutschlandstiftung Integration
  • Präsident des Deutschen Chorverbandes
  • Ehrenpräsident des Euro-Mediterran-Arabischen Ländervereins (EMA)
  • Schirmherr der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG)

In seinen öffentlichen Auftritten und Reden mahnt er zur Verteidigung der Demokratie und setzt sich für den Schutz von Minderheiten ein. Er vertritt Deutschland weiterhin bei internationalen Anlässen, wie etwa bei Staatsakten im Ausland. Ähnlich wie der Duke of Sussex, Prinz Harry, nutzt er seine Bekanntheit für wohltätige Zwecke.

Ämter und Funktionen von Christian Wulff (Auswahl)
Amt/Funktion Zeitraum Organisation
Ratsherr der Stadt Osnabrück 1986–2001 Stadt Osnabrück
Mitglied des Niedersächsischen Landtages 1994–2010 Niedersächsischer Landtag
Stellv. Bundesvorsitzender der CDU 1998–2010 CDU Deutschlands
Ministerpräsident von Niedersachsen 2003–2010 Land Niedersachsen
Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland 2010–2012 Bundesrepublik Deutschland
Präsident des Deutschen Chorverbandes seit 2023 Deutscher Chorverband

Das private Leben von Christian Wulff

Auch das Privatleben von Christian Wulff war von Höhen und Tiefen geprägt und stand oft im Fokus der Medien. Von 1988 bis 2008 war er mit seiner Studienliebe Christiane Vogt verheiratet, mit der er eine Tochter hat. 2008 heiratete er die PR-Beraterin Bettina Körner, mit der er einen gemeinsamen Sohn hat. Die Ehe mit Bettina Wulff war turbulent und von mehreren Trennungen und Versöhnungen geprägt. Im April 2025 wurde die endgültige Trennung bekannt gegeben, die Scheidung erfolgte im August 2025.

Fazit: Ein Leben nach dem Protokoll

Die Geschichte von Christian Wulff ist die eines Mannes, der die höchsten Höhen der deutschen Politik erklomm und einen tiefen Fall erlebte. Sein Rücktritt und der anschließende Freispruch haben eine anhaltende Debatte über die Macht der Medien und die Standards für öffentliche Ämter ausgelöst. Heute, im Jahr 2026, hat sich Christian Wulff eine neue Existenz aufgebaut. Er nutzt seine Erfahrungen und seine Stimme, um sich zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen zu äußern und sich für den Zusammenhalt in Deutschland und Europa einzusetzen. Sein Weg bleibt ein exemplarisches Beispiel für die Komplexität und die Herausforderungen eines Lebens in der Öffentlichkeit.


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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Christian Wulff

Warum ist Christian Wulff zurückgetreten?

Christian Wulff trat am 17. Februar 2012 als Bundespräsident zurück, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung seiner Immunität beantragt hatte. Grund war der Anfangsverdacht der Vorteilsannahme im Rahmen der sogenannten Wulff-Affäre, die durch einen Privatkredit und angenommene Vergünstigungen ausgelöst wurde.

Was wurde Christian Wulff vorgeworfen?

Die Vorwürfe umfassten Vorteilsannahme und den Versuch der Beeinflussung der Presse. Konkret ging es um einen günstigen Privatkredit für seinen Hauskauf, kostenlose Urlaubsaufenthalte bei befreundeten Unternehmern und seinen Anruf beim „Bild“-Chefredakteur, um eine Berichterstattung zu verhindern.

Wurde Christian Wulff verurteilt?

Nein, Christian Wulff wurde am 27. Februar 2014 vom Landgericht Hannover vom Vorwurf der Vorteilsannahme freigesprochen. Das Gericht konnte kein strafbares Verhalten feststellen.

Was macht Christian Wulff heute beruflich?

Christian Wulff ist heute als Rechtsanwalt in Hamburg tätig. Zudem hält er Vorträge zu politischen und gesellschaftlichen Themen und engagiert sich in verschiedenen Ehrenämtern, unter anderem als Präsident des Deutschen Chorverbandes und für die Deutschlandstiftung Integration.

Ist Christian Wulff noch mit Bettina Wulff zusammen?

Nein, Christian und Bettina Wulff haben sich im April 2025 endgültig getrennt. Die Ehe wurde im August 2025 geschieden.

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