Ein Abschiebeflug mit 20 straffälligen Migranten ist am 26. Februar 2026 von Leipzig nach Afghanistan gestartet. An Bord der Maschine befand sich auch einer der Verurteilten im Fall der Gruppenvergewaltigung von Illerkirchberg. Dies ist der erste Charterflug, der auf Grundlage einer direkten Vereinbarung mit der Taliban-Regierung zustande gekommen ist, wie DIE ZEIT berichtet.
Abschiebungen nach Afghanistan sind seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 äußerst schwierig. Zuvor wurden Abschiebungen in der Regel ausgesetzt, da die Sicherheitslage in Afghanistan als zu gefährlich eingestuft wurde. Nach langen Verhandlungen hat die Bundesregierung nun eine Vereinbarung mit den Taliban getroffen, die Abschiebungen unter bestimmten Voraussetzungen wieder ermöglicht. Diese Vereinbarung ist jedoch umstritten, da sie die Zusammenarbeit mit einem Regime beinhaltet, das für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht wird.
Der aktuelle Abschiebeflug markiert eine Zäsur in der deutschen Migrationspolitik. Erstmals seit der Machtübernahme der Taliban werden wieder Menschen nach Afghanistan abgeschoben. Bei den Abgeschobenen handelt es sich ausschließlich um Männer, die in Deutschland straffällig geworden sind. Ihnen werden unter anderem Sexualdelikte, Körperverletzung und Drogendelikte zur Last gelegt. Unter den Abgeschobenen befindet sich auch einer der Täter der Gruppenvergewaltigung von Illerkirchberg. Dieser Fall hatte im Jahr 2019 bundesweit für Entsetzen gesorgt. Vier junge Männer hatten ein 14-jähriges Mädchen mit einem Amphetamincocktail betäubt und anschließend mehrfach vergewaltigt. Alle Täter wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Wie die Tagesschau berichtet, wurden die Mittäter bereits in den vergangenen Jahren in den Irak und nach Afghanistan abgeschoben. (Lesen Sie auch: Afghanistan vs Canada: Analyse einer komplexen Beziehung)
Die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges (CDU) äußerte sich erleichtert über die Abschiebung des letzten Täters: „Alle Mittäter der Gruppenvergewaltigung in Illerkirchberg sind jetzt abgeschoben. Wir haben uns seit Jahren sehr intensiv darum gekümmert.“
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte, dass die Abschiebung von Straftätern ein wichtiger Baustein für eine konsequente Migrationspolitik sei. Die neue Vereinbarung mit den Taliban schaffe eine verlässliche Grundlage für direkte und dauerhafte Abschiebungen nach Afghanistan.
Die Abschiebungen nach Afghanistan sind in Deutschland auf geteilte Reaktionen gestoßen. Während Befürworter die Maßnahme als wichtigen Schritt zur Durchsetzung des Rechtsstaats begrüßen, kritisieren Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingshelfer die Zusammenarbeit mit den Taliban. Sie verweisen auf die prekäre Menschenrechtslage in Afghanistan und befürchten, dass die Abgeschobenen dort Verfolgung und Gewalt ausgesetzt sein könnten. (Lesen Sie auch: Ariana Baborie: Podcast-Star, Karriere & neue Projekte…)
Die Bundesregierung betont, dass jede Abschiebung sorgfältig geprüft werde und nur in Fällen erfolge, in denen keine humanitären Gründe gegen eine Rückführung sprächen. Zudem würden die Abgeschobenen bei ihrer Ankunft in Afghanistan von Mitarbeitern der Internationalen Organisation für Migration (IOM) betreut.
Der aktuelle Abschiebeflug könnte ein Signal für eine restriktivere Abschiebepraxis in Deutschland sein. Es ist zu erwarten, dass die Bundesregierung auch in Zukunft verstärkt versuchen wird, Straftäter und Gefährder in ihre Herkunftsländer abzuschieben. Allerdings ist die Umsetzung solcher Abschiebungen oft mit großen Schwierigkeiten verbunden, insbesondere in Länder, in denen Krieg oder Instabilität herrschen. Die Vereinbarung mit den Taliban könnte hier einen neuen Weg eröffnen, birgt aber gleichzeitig auch ethische und politische Risiken.
Die Frage, wie mit abgelehnten Asylbewerbern und straffälligen Ausländern umgegangen werden soll, wird die deutsche Politik auch in Zukunft beschäftigen. Dabei gilt es, einenBalanceakt zwischen den Interessen der Sicherheit und Ordnung einerseits und den humanitären Verpflichtungen Deutschlands andererseits zu finden. Weitere Informationen zur aktuellen Situation in Afghanistan finden sich auf der Seite des Auswärtigen Amtes. (Lesen Sie auch: Tredici Pietro: Gianni Morandis Sohn will zu…)
| Datum | Anzahl der Abgeschobenen | Grund der Abschiebung |
|---|---|---|
| 26. Februar 2026 | 20 | Straftaten (Sexualdelikte, Körperverletzung, Drogendelikte) |
Deutschland hat eine Vereinbarung mit der Taliban-Regierung getroffen, die Abschiebungen von Straftätern und Gefährdern ermöglicht. Zuvor waren Abschiebungen aufgrund der unsicheren Lage in Afghanistan ausgesetzt. Der Fokus liegt auf Personen, die schwere Straftaten begangen haben und eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen.
Abgeschoben werden in erster Linie straffällige Ausländer und sogenannte Gefährder, also Personen, denen schwere Straftaten zur Last gelegt werden oder von denen eine terroristische Gefahr ausgeht. Es handelt sich um Männer, die rechtskräftig verurteilt wurden und keine Bleibeperspektive in Deutschland haben.
Die Sicherheitslage in Afghanistan ist weiterhin prekär. Menschenrechtsorganisationen warnen vor Verfolgung und Gewalt durch die Taliban. Die Bundesregierung betont, dass jede Abschiebung individuell geprüft werde und humanitäre Aspekte berücksichtigt würden. Abgeschobene erhalten Unterstützung von der Internationalen Organisation für Migration (IOM). (Lesen Sie auch: Bauernregel Februar: im: Warme Temperaturen)
Die Taliban-Regierung hat sich bereit erklärt, deutsche Staatsbürger aufzunehmen. Die Bundesregierung steht wegen der Zusammenarbeit mit den Taliban in der Kritik, da diese für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht werden. Die Vereinbarung ermöglicht jedoch Abschiebungen, die zuvor nicht möglich waren.
Ja, die Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten. Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingshelfer kritisieren die Zusammenarbeit mit den Taliban und befürchten, dass Abgeschobene in Afghanistan Verfolgung und Gewalt ausgesetzt sein könnten. Sie fordern eine Aussetzung der Abschiebungen aufgrund der humanitären Lage.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.
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